Feldenkrais ist die schnittstelle zwischen Gehirn und Körper

Was du über die Feldenkrais-
Methode wissen solltest

Die Feldenkrais-Methode, oder einfach nur »Feldenkrais«, ist eine Methode, die zum Ziel hat, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen zu reduzieren oder ganz zu beseitigen. Sie wurde von Moshé Feldenkrais ab den 1940er-Jahren entwickelt. In der Feldenkrais-Methode geht es darum, sich bewusst zu werden, wie wir uns im Alltag bewegen, und alternative, leichtere Wege zu entdecken, um diese alltäglichen Aktivitäten auszuführen. Man spricht bei Feldenkrais auch oft von einer Lernmethode, denn es ist eine Art, den eigenen Körper und seine alltäglichen Gewohnheiten und seine alltäglichen Bewegungen besser kennenzulernen und diese durch eine ganzheitliche Herangehensweise zu verbessern.

Durch das bewusste Ausführen von Bewegungsvariationen entdeckst du neue Möglichkeiten, dich zu bewegen, ohne dass du dich einschränken musst. Wer Feldenkrais regelmäßig praktiziert, kann sich die neuen Bewegungsvariationen langfristig einprägen. So bewegst du dich effizienter durch den Alltag, das heißt, mit weniger Anspannung, Stress oder unnötiger Belastung kompensatorischer Körperteile.

In der Folge wirst du zu mehr Freude an körperlicher Bewegung finden und endlich wieder schmerzfrei durch deinen Alltag gehen können.

Die Feldenkrais-Methode

einfach erklärt.

Möchtest du die einzigartige Feldenkrais-Methode ausprobieren? In diesem Video erklärt Sonja was Feldenkrais ist, wie es funktioniert, wem es helfen kann und wo du Feldenkrais ausprobieren kannst.

Wie funktioniert die Feldenkrais-Methode?

Kurz gesagt: Feldenkrais befreit dich von alten Bewegungsmustern und ungesunden Körperhaltungen, weil es sich deine Neuroplastizität zunutze macht.

Wir Menschen bewegen uns den ganzen Tag über – sogar im Schlaf! Und trotzdem verbinden viele mit dem Begriff »Bewegung« einfach »Sport«. Angenommen, du machst 5 Stunden Sport in der Woche, dann sind das nur 3 % der 168 Stunden, die eine Woche hat.

Wie du dich tagein, tagaus bewegst, hat einen viel größeren Einfluss auf dein körperliches Wohlbefinden..

Doch die restlichen 97 % der Zeit, nehmen wir unsere Bewegungen kaum wahr. Wir laufen von A nach B im Autopilot, ohne bewusst darüber nachzudenken, welche Bewegungen es dafür braucht, wie hoch ich den Fuß ziehe und so weiter. Verletzungen, Unfälle oder einfach Verspannungen und Schmerzen führen oft dazu, dass wir kleine Anpassungen in unseren Alltagsbewegungen machen und diese in noch mehr Schmerzen und Bewegungseinschränkungen resultieren.

Um Autopilot-Bewegungen zu verändern und neue zu kreieren, muss unser Gehirn neue Verknüpfungen schaffen. Zum Glück ist unser Gehirn dazu fähig, und eine Möglichkeit diese Neuroplastizität einzusetzen, ist bewusstes Bewegen.

Genau da setzt Feldenkrais an. Es sendet neue Impulse an dein Gehirn und fördert die Kommunikation zwischen dir und deinem Körper. Bei langfristigen Teilnahmen an Feldenkrais-Lektionen kannst du so neue Bewegungsvariationen kennenlernen, die sämtliche Einschränkungen aufheben und dich wieder aktiver und vitaler machen.

Was ist der Unterschied zu Physiotherapie?

Der große Vorteil von Feldenkrais ist die Tatsache, dass wir alltägliche Funktionen verbessern und somit den Körper als Ganzes verstehen. Jeder Körperteil arbeitet im Team mit dem gesamten Körper. Fitness-Übungen und Physio legen den Fokus oft auf einzelne Körperstellen – meist den Problemzonen – und betrachten diese isoliert. Feldenkrais ist deshalb eine perfekte Ergänzung zu Physiotherapie.

Neuroplastizität =

Fähigkeit des Gehirns für lebenslange Veränderungen

Sind Feldenkrais-Übungen Sport?

Anders als traditioneller Sport legt Feldenkrais den Fokus nicht auf Leistung oder Ausdauer. 

Es ist eher eine Methode, die die Qualität der Bewegung betont. Für manche ist Feldenkrais der Schritt, bevor sie sportliche Aktivitäten wieder aufnehmen können (falls sie davor aufgrund ihrer Schmerzen von einem aktiven Leben abgehalten wurden). Es kann aber auch als Ergänzung zu sportlichen Aktivitäten dienen, da es die Beweglichkeit verbessert und die Verletzungsgefahr verringert. 

Obwohl man sich bei allen Feldenkrais-Übungen bewegt, wirst du nicht ins Schwitzen kommen. Du kannst die Übungen also stets in den Kleidern, die du gerade anhast, ausführen.

Für wen ist Feldenkrais geeignet?

Feldenkrais ist für Menschen jeden Alters und Fitnessniveaus geeignet. 
Probiere Feldenkrais mit movecademy aus, wenn eines der folgenden Punkte auf dich zutrifft:

Auch bei Menschen mit folgenden Krankheiten, Entwicklungsstörungen oder Einschränkungen konnte Feldenkrais in der Vergangenheit markante Veränderungen erzielen:

Falls du von einem der oberen Punkte betroffen bist, empfehlen wir dir, die Webseite von The Neuromovement von Anat Baniel zu besuchen.

Die Online-Kurse von movecademy eignen sich vor allem für Menschen, die Bewegungseinschränkungen oder Schmerzen und Verspannungen haben.

Ob du nach Schmerzlinderung suchst, deine Beweglichkeit verbessern oder einfach nur deine Körperwahrnehmung vertiefen möchtest … die Feldenkrais-Methode kann in Privatstunden individuell angepasst werden.

Bei welchen Schmerzen helfen Feldenkrais-Übungen NICHT?

Schmerzen entstehen und äußern sich unterschiedlich. Die Feldenkrais-Methode lässt sich nicht oder höchstens nur begleitend für folgende Schmerztypen einsetzen:

Mr. Hokuspokus

Das abenteuerliche Leben des Dr. Moshé Feldenkrais. Ein Audio Feature des WDR, Teil 1/6

Was hat das Gehirn mit der Feldenkrais-Methode zu tun?

Feldenkrais betrachtet Bewegung als integrierten Prozess zwischen Körper und Gehirn. Aus der Medizin weiß man, dass Bewegung neue neuronale Verbindungen schaffen respektive die Verknüpfung bestehender Verbindungen fördert. Diese Fähigkeit, neue Verknüpfungen zu schaffen, beschreibt man auch als Neuroplastizität. Das Gehirn lernt vom Körper über Bewegung.

Ein Beispiel: Als du noch ein kleines Kind warst, und zwar selbst aufrecht sitzen, aber noch nicht gehen konntest, hast du viele Male versucht, selbst vom Boden aufzustehen. Oft bist du gescheitert, aber eines Tages hast du eine ideale Bewegungsabfolge ausprobiert, mit der du nicht wieder hingefallen bist. Dein Gehirn hat sich das gemerkt (eine Verknüpfung gemacht) und seither kannst du auf Autopilot Aufstehen und Gehen, ohne darüber nachzudenken, was dein Körper jetzt konkret machen muss. 

Unser Körper hat für alle möglichen Tätigkeiten im Alltag solche automatischen Bewegungsabfolgen, das ist essenziell, um im Alltag klarzukommen. Manche davon sind aber nicht optimal, im Gegenteil, sie führen manchmal sogar zu Schmerzen. Unser Gehirn hat sie sich eingeprägt. Mit der Feldenkrais-Methode lernst du, ungünstige Bewegungs- und Haltemuster zu erkennen und wenn nötig zu ersetzen. Durch die Lektionen wirst du neue Bewegungen und Halterungen ausprobieren. Durch das regelmäßige Wiederholen macht dein Gehirn neue Verknüpfungen. Nach einer Zeit werden deine Autopilot-Bewegungen oder -Haltungen optimiert sein und deine Schmerzen verschwunden. Feldenkrais nutzt dieses Potenzial der Neuroplastizität aus, um mit gezielten Bewegungen und Achtsamkeit deine Bewegungsfähigkeit zu verbessern.

Ist die Feldenkrais-Methode eine von den Kassen anerkannte Therapie?

Feldenkrais wird in vielen Ländern nicht von den Krankenkassen anerkannt. Eine Therapie zeichnet sich dadurch aus, dass man Heilversprechen geben darf. Das ist bei Feldenkrais nicht der Fall. Mit seinen zahlreichen Benefits, die über die Schmerzreduktion hinaus gehen, hat Feldenkrais den Alltag abertausenden Menschen positiv beeinflusst. Feldenkrais wird von vielen Menschen als wertvolle Ergänzung zu herkömmlichen Therapieformen betrachtet und kann positive Auswirkungen auf die physische und mentale Gesundheit haben.

Weshalb zeigen viele Feldenkrais-Practicioner die Übungen nicht vor?

Feldenkrais-Practitioner machen bei den Übungen nicht aktiv mit, damit die Teilnehmer ihre eigenen Bewegungsmuster besser erforschen können. Würden die Trainer die Bewegungen vorturnen, besteht das Risiko, dass die Teilnehmenden sich mehr auf den Practicioner und das Gezeigte konzentrieren, als in sich hineinzugehen und zu spüren, was die beschriebenen Bewegungen in ihnen auslösen. Feldenkrais hat keine Risiken oder Nebenwirkungen und können deshalb sehr gut durch eine Video- oder Audioanleitung zuhause durchgeführt werden.

Wo kann ich Feldenkrais-Übungen ausprobieren?

Feldenkrais-Kurse werden in Fitnessstudios, Volkshochschulen, Gesundheitszentren und von zertifizierten Practicioner in privaten Praxen angeboten (wie das Studio von movecademy in München). Es gibt auch Online-Ressourcen, die Kurse für Einsteiger und Fortgeschrittene anbieten. Es ist ratsam, eine zertifizierte Feldenkrais-Lehrkraft aufzusuchen, um die bestmöglichen Ergebnisse und eine sichere Anleitung zu gewährleisten. 

Wer war Moshé Feldenkrais?

Geboren 1904 in Russland, immigrierte Feldenkrais als 13-Jähriger nach TelAviv im heutigen Israel. Er studierte Mechanik, Elektrotechnik und Physik. Von 1933 bis 1940 arbeitete er als Nukleartechniker im Labor der Nobelpreisträger Frederic Joliot und Irene Joliot-Curie.

Seine Leidenschaft für die innere Mechanik der Dinge, vor allem aber für die menschliche Bewegung, führt Moshé Feldenkrais zum Judo und Jiu Jitsu. So wurde er Mitbegründer einer der ältesten Jiu-Jitsu-Verbände Europas und erlangt 1936 als einer der ersten Europäer den „Schwarzen Gürtel“.

Eine chronische Knieverletzung brachte Moshé Feldenkrais dazu, sein Wissen aus der Physik, Biomechanik, Neurologie, Lerntheorie und Psychologie auf die menschliche Bewegung und Entwicklung zu übertragen.

Auch die intensive Auseinandersetzung mit Zeigenossen wie Milton Erickson, Ida Rolf, Heinz Jacoby, Georges I. Gurdjieff und Frederick Matthias Alexander inspirierte ihn: Der Austausch trug maßgeblich dazu bei, seine Forschung zu Körper und Geist weiterentwickeln zu können.

Das Ergebnis seiner Arbeit ist eine einzigartige Synthese aus Wissenschaft und Ästhetik, die als Feldenkrais-Methode bekannt wurde. Der Zeit voraus, sind inzwischen viele seiner Erkenntnisse wissenschaftlich bestätigt, gerade aus den Bereichen der Hirnforschung und Psychologie.

In der Welt der Bewegung und Körperwahrnehmung hebt sich die Feldenkrais-Methode durch ihre einzigartige Herangehensweise hervor. Feldenkrais ist weder Yoga oder Tai-Chi noch Meditation, hat aber durchaus gewisse Ähnlichkeiten mit anderen Bewegungsmethoden, zum Beispiel Yoga: Yoga verbindet ebenfalls bewusst Bewegung und das Nervensystem und macht sie so zu einer wertvollen Ressource für die Verbesserung der Bewegungsfreiheit, des persönlichen Wohlbefindens.

Abschließend lässt sich sagen, dass es schwierig ist, Feldenkrais nur durch die Beschreibung durch Worte beim ersten Mal zu verstehen. Moshé Feldenkrais hat einmal gesagt, es sei wie wenn man mit Worten beschreiben müsse, wie eine Mango schmeckt. Am besten, du probierst eine einfach mal aus!

Getan ist einfacher als gesagt

mocecademy Feldenkrais

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